Moped-Treffen in Vicht mit kleiner Eifel Rundfahrt


Nein, an diesem Wochenende waren wir mal nicht im Bergischen Land. Wir sind heute zum Moped Treffen nach Vicht in die Eifel gefahren und haben den Anlass für eine kleine Rundtour durch die Eifel genutzt. Es war Traum Wetter zum Mopedfahren und die Strecke die wir uns ausgesucht haben war klasse. 160 Kilometer sind mal eben so für einen Samstagnachmittag auch nicht schlecht, für Frank werden es wohl sogar 200 km gewesen sein.
Das Treffen in Vicht war klein aber fein. Ein paar sehr edle alte Rennmaschinen, und hübsche Quicklies, sowie seltene Miele und Heinkel Mopeds. In der Zündapp Kleinkraftrad Fraktion waren wir mit unseren 517-20 allein, aber das passiert ja öfter. Vielen Dank an die Organisatoren, besonders die Verpflegung war Spitzenklasse - wir kommen nächste Jahr bestimmt wieder! Hier gibts noch mal die Strecke, einfach draufklicken dann geht es zur GPS Route.


Forumstreffen in Hofen


Am letzten Wochenende war ich das erste Mal auf dem Forumstreffen (www.zuendapp.net) von Florian in Runkel-Hofen in der Nähe von Limburg/Lahn. Ursprünglich war die Idee zusammen mit meinem Freund Klaus auf eigener Ache anzurollen, aber die Buell von Klaus ist noch nicht fertig, so habe ich ihm dann meine C50 Sport geliehen. Dafür war die 120 km Anreise dann aber doch etwas zu weit, außerdem musste ich an dem Wochenende noch einen kleinen Umzug nach Frankfurt machen. Wir haben dann zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen, zuerste Matraze, Tisch und Stuhl für meine künftige Wochenend-Pendler Wohnung  in Frankfurt in einen Transporter geladen und dann KS50 und C50 hintendrauf, die Mädels wie geplant im Cabrio hinterher.
Die erste positive Überraschung war dann unsere Unterkunft: Die Hofener Mühle. Eine wunderschön gelegene alte Wassermühle die liebevoll restauriert ist. Kleine aber feine Zimmer und eine aufmerksame und freundliche Bewirtung durch den Inhaber.
Auf dem Treffen haben wir dann Florians (http://zuendapp-museum-hofen.de/) beeindruckende Zündappsammlung angesehen bevor wir zum gemütlichen Teil mit Bier und Grillen übergegangen sind. Hier war es sehr schön Zündapp Kollegen kennen zu lernen, die ich sonst nur über das Internet kannte. Es wurde dann noch ein richtig schöner Abend mit Lagerfeuer und vielen Zündappgeschichten.
Sonntag holte uns nach einem prima Frühstück in der Mühle, Forumskollege Detlef zu einer Tour ab. Wir sind dann ca 40 km durch eine der schönsten Landschaften auf einer idealen Mopedstrecke zum Schloß nach Weilburg und zurück gefahren. Vielen Dank an Detlef dafür! Danke auch an Florian für die perfekte Organisation des Treffens und den Hinweis auf die schöne Übernachtungsmöglichkeit vor Ort. Wir werden sicher schon vor dem Treffen im nächsten Jahr mal wieder nach Hofen kommen!
(Musik im Video: Yellow Gold von The Dada Weatherman)




Nochmal 16 sein...

Hier ein kleiner Artikel, den ich für einen Bekannten in Südafrika geschrieben habe. Übersetzung weiter unten...

Feeling Sixteen Again

The group of Harley Davidson riders had for some time a feeling that they were being followed by a ‘swarm of chainsaws’ while they were cruising up and down the hills in the “Bergisches Land” west of Cologne. Then, driving downhill through a narrow hairpin turn it happened: Half a dozen angry hornets had the big bikes for breakfast and there was no hope of keeping pace for the mighty Milwaukeeans – at least not downhill.
Half an hour later at the weekly Sunday morning classic cars and motorbike get together in the little village of Hilgen, they saw who had blitzed them back in the valley: A pack of small 50 ccm Zundapp motorbikes. All made in the seventies - nicely rebuilt and looking like they have left the showroom just a moment ago.
The comeback of the 50 ccm motorbikes is one of the latest trends in the German classic motorbike community. From the mid-sixties to the end of the seventies these bikes were immensely popular around German teenagers and their success came to the rescue of one of the oldest German manufacturers Munich and Nuremberg-based Zundapp. When motorbikes went out of fashion in the sixties and glorious motorbike companies like Adler, Horex, NSU, and many others collapsed, it was the small motorbike division that saved Zundapp.
A loophole in legislation allowed German youngsters as young as 16 to drive a motorbike with legally unlimited top speed as long as the engine capacity was below 50 ccm. It was an eternity at this age before their 18th birthday when cars and regular motorbikes were within the legal grasp of these teenagers. This led not only to increasingly more powerful engines, but also to a more motorbike like design of what formerly was known as a moped. A gentlemen’s agreement between the German manufacturers Zundapp, Hercules and Kreidler capped the engine power at 6.25 hp - on paper. In real life as proved by tests run by independent motor journalists at the time, the producers could not withstand the temptation to put in a bit more in order to gain the favour of their young customers. There was the magic 100 km/h mark to break, not in the official documents, but on the Friday night drive to the disco, which was possible with all brands if the driver had the jockey like weight of a typical sixteen-year-old. Towards the end of the seventies the number of accidents drove the insurance rates through the roof and this was the end of the unlimited 50 ccm era in Germany. A couple of years later Zundapp and Kreidler went bankrupt and the remains of the Zundapp brand and factory were sold to China, but this is another story.

As with the factories, almost none of the little powerful bikes survived. The same time the youngsters from the seventies are now at an age where very often time and money for hobbies exists. It is also an age where people tend to think very fondly back at their teenage times.
So here in today’s Germany it is very rare but not a big surprise seeing someone in his early fifties, even if he owns a much more powerful modern bike, riding on a small Zundapp with a very big smile on his face…

Nochmal 16 sein

Die Gruppe von Harley Davidson Fahrern hatte schon seit einiger Zeit das Gefühl von einem Schwarm von Kettensägen verfolgt zu werden als sie durch das Bergische Land fuhren. Dann, bergrunter in einer engen Haarnadelkurve passierte es: Ein halbes dutzend zorniger Hornissen verfrühstückte die Big Bikes und es gab keine Chance für die mächtigen Maschinen aus Milwaukee mitzuhalten – zumindest nicht bergab.
Eine halbe Stunde später, bei dem sonntäglichen Oldtimer Treffen im Örtchen Hilgen, sahen sie wer sie so kalt erwischt hatte: Eine Meute von kleinen 50 Kubik Zündapp Kleinkrafträdern. Alle aus den Siebzigern, hübsch restauriert und mit einem Aussehen als kämen sie gerade aus dem Laden.
Das Comeback der Kleinkrafträder ist einer der jüngsten Trends in der deutschen Oldtimer Szene. Von Mitte der sechziger bis Ende der siebziger Jahre waren diese Maschinen ungeheuer beliebt bei westdeutschen Teenagern und ihr Erfolg war die Rettung für die in Nürnberg und München ansässig gewesenen Zündapp Werke. Als in den Sechzigern Motorräder völlig aus der Mode kamen und glorreiche Zweiradhersteller wie Adler, Horex, NSU und viele andere zu Grunde gingen, waren es die 50 Kubik Maschinen die Zündapp wirtschaftlich retteten.
Ein Schlupfloch in der Gesetzgebung erlaubte es westdeutschen Jugendlichen schon mit 16 Jahren ein Kraftrad mit unbegrenzter Höchstgeschwindigkeit zu fahren, solange der Antriebsmotor weniger als 50 Kubikzentimeter groß war. Das war zwei Jahre bevor man ein Auto oder Motorrad fahren durfte, eine Ewigkeit im Leben eines Teenagers. Das Ergebnis waren immer kräftigere Motoren und ein immer mehr Motorrad ähnliches Design dessen was man vorher als Moped kannte. Eine informelle Absprache der westdeutschen Hersteller Zündapp, Kreidler und Hercules begrenzte die Leistung zwar auf 6,25 PS – aber nur auf dem Papier. Im wirklichen Leben ergaben Tests durch unabhängige Motorsportjournalisten seinerzeit, dass die Produzenten der Versuchung nicht widerstehen konnten etwas mehr Leistung einzubauen um die Gunst ihrer jungen Kunden zu erhalten. Es galt die magische 100 km/h Grenze zu durchbrechen, nicht in den offiziellen Papieren, sondern auf dem Weg zur Disko Freitag abends, das funktionierte mit allen Marken solange der Fahrer das typische Jockey Gewicht eines normalen Sechzehnjährigen hatte. Zum Ende der siebziger Jahre führten erhöhte Unfallzahlen zu so gut wie unbezahlbaren Versicherungsprämien und das war dann das Ende der ungedrosselten 50er in Deutschland. Wenige Jahre später waren Kreidler und Zündapp bankrott und die Überreste der Zündappwerke und der Marke wurden nach China verkauft, aber das ist eine andere Geschichte.
Wie die Fabriken, so haben auch fast keine der kleinen leistungsstarken Maschinen überlebt. Die Jugendlichen von damals sind heute alle in einem Alter in dem man meist Geld und Zeit für Hobbies hat, es ist auch ein Alter in dem man gern an seine Jugend zurückdenkt.
So ist es heute in Deutschland zwar sehr selten, aber keine Überraschung wenn man jemanden um die Fünfzig auf einer kleinen Zündapp fahren sieht, selbst wenn er auch ein viel stärkeres, modernes Motorrad besitzt und er dabei ein breites Lächeln in seinem Gesicht hat…